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Sperrung Nincoper Moorweg und Neuenfelder Hinterdeich Foto: Tobias Handtke
Sperrung Nincoper Moorweg und Neuenfelder Hinterdeich

25. Oktober 2020: Sperrung soll deutlich kürzer als bisher andauern – ADFC und SPD Neu Wulmstorf sehen Teilerfolg

Nach der Fahrrad-Demo am letzten Wochenende gibt es nach einer Besprechung mit der DEGES und den Planungsbehörden in Hamburg und Niedersachsen am 23.10. gibt es eine neue Entwicklung.

Zum Hintergrund:

Seit dem 22.September sind wichtige Radverbindungen im Alten Land ohne Vorankündigung gesperrt. Es betrifft die Wege von Neu Wulmstorf nach Neuenfelde (Elstorfer Heuweg und Nincoper Moorweg) und auch den Weg von Hausbruch nach Moorburg (Moorburger Alter Deich). An beiden Straßen sind Schilder aufgestellt, dass der Radweg gesperrt sei. Ursache ist die Baustelle der Autobahn 26.

Für die täglich mehr als 100 Airbus-Radler, die Pendler nach Hamburg zur Fähre Finkenwerder und den Freizeitverkehr, die die Wegeverbindung nach Neuenfelde nutzen, ist das mal eben für Hin- und Rückweg ein Umweg von fast 15 km; weil ja auch der Radweg an der L235 nach Rübke dicht ist.

Der ADFC und die SPD Neu Wulmstorf hatte diese unangemessenen Maßnahmen kritisiert. Bei einer Besprechung mit dem Verantwortlichen Bauherren, der DEGES (...) und Teilnehmern der Planungsbehörden aus Hamburg und Niedersachsen sowie Vertretern aus den örtlichen Verwaltungen und Kommunalparlamenten hat die DEGES erklärt, wegen der festgelegten Baupläne sei eine kurzfristige tatsächliche Vollsperrung der Wegeverbindung nicht zu vermeiden, weil neue Gräben und Baustraßen angelegt werden. Danach werde der Vorbelastungsdamm in einer Höhe von 6m aufgeschüttet.

Joachim Franke, Sprecher der Ortsgruppe neue Wulmstorf: „Nach unserem Protest und der von der SPD Neu Wulmstorf organisierten Fahrrad-Demo am 10.10. ist nun doch etwas Bewegung in die Sache gekommen. Die Planer haben sich nach unserem Eindruck ernsthafte Gedanken gemacht und wollen nun spätestens zum 3. Quartal 2021 einen provisorischen Ersatzweg ermöglichen. Dieser Weg soll ab Ortseingang Rübke im Verlauf des Neuenfelder Hinterdeiches und dann nördlich der A26-Trasse bis zum Nincoper Moorweg führen. Das ist im Vergleich zur bisher bis 2024 drohenden Vollsperrung ein echter Gewinn, auch wenn wir uns eine bessere Lösung erhofft hatten. Es bedeutet ja auch, dass Radfahrern und Fußgängern weiterhin erhebliche Umwege zugemutet werden.“

Tobias Handtke, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat der Gemeinde Neu Wulmstorf ist mit der Zwischenlösung ebenfalls nicht zu 100% zufrieden. „Nach den vorgestellten Plänen soll die Brücke über die Autobahntrasse im Verlauf des Nincoper Moorweges erst 2024 gebaut werden. Erst dann ist ein vollwertiger Radweg wieder nutzbar. Wir werden in Zusammenarbeit mit der Bezirksversammlung Harburg die Planungsbehörden bitten, diesen Termin deutlich vorzuziehen. Zudem wollen wir erreichen, dass die Umleitung für die Freizeitroute 13 entlang der Bahnstrecke ausgebessert wird. Dieser Weg ist schon jetzt in einem sehr schlechten Zustand.“Der Anschluss des Nincoper Moorweges an den Neuenfelder Hinterdeich im Spätsommer 2021 bedeutet auch, dass die L235 für die Radfahrer, insbesondere ab der Sperrung für Radfahrer mit Geschwindigkeitsbeschränkungen und klarer Beschilderung sicherer gemacht werden muss. Das muss aus Sicht des ADFC und der SPD sehr zeitnah erfolgen. „Die Radfahrer werden aktuell auf den Nincoper Deich Richtung Neuenfelde umgeleitet, das in der dunklen Jahreszeit, hier gilt es jetzt schnell zu handeln, bevor etwas passiert.“ So Franke und Handtke abschließend. „Die gemachten Zusagen der DEGES bei dem Termin sehen wir als Entgegenkommen an, wir werden aber die genannten Abläufe weiter genau beobachten und uns für schnelle Verbesserungen weiterhin einsetzen.“

Britta Ost, Fachsprecherin von Bündnis 90 /Die Grünen im Regionalausschuss Süderelbe nahm ebenfalls an dem Ortstermin teil. Sie unterstützt die Forderungen und ergänzt:

„Es ist gut, dass es zumindest ab September 2021 eine Verbesserung der Umleitungssituation am Nincoper Moorweg gibt. Aber auch bis dahin ist es noch eine lange Zeit. Es gilt jetzt, die noch nutzbaren Wege für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen erstens so sicher wie möglich und zweitens auch attraktiv zu gestalten. Das betrifft in erster Linie die Francoper Straße, für die wir in einem gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen während der Bauphase der Autobahn und bei Bewährung auch darüber hinaus Tempo 30 beantragen. Denn Radfahrer*innen, PKW und aktuell vermehrt auch LKW müssen sich hier die Fahrbahn teilen, da ist eine Angleichung der Geschwindigkeiten geboten. Aber auch auf dem Nincoper Deich und der Nincoper Straße müssen bessere Bedingungen für Radfahrende geschaffen werden. Gleiches gilt für die Umleitung des gesperrten Weges Moorburger Alter Deich über die Waltershofer Straße und den Moorburger Elbdeich.“

Frank Wiesner (SPD-Fachsprecher für Mobilität in der Harburger Bezirksversammlung) bringt es abschließend auf den Punkt:

"Mobilitätswende geht anders! Es kann nicht sein, dass wichtige Radwegeverbindungen langfristig gesperrt werden, um eine Autobahn zu bauen. Hier müssen schnell vernünftige Rad-Verbindungen zwischen Fischbek und Neuenfelde (wieder) eröffnet werden und während der Bauzeit offengehalten werden. Es ist mehr als unglücklich Wege zu sperren, die vom Radverkehr bereits genutzt werden und sogar als Radschnellweg Stade-Hamburg ausgebaut werden sollen."

Joachim Franke
(Sprecher adfc Ortsgruppe Neu Wulmstorf)

Tobias Handtke
(SPD Gemeinderatsfraktion Vorsitzender)

Britta Ost
(Fachsprecherin Bündnis 90 /Die Grünen Regionalausschuss Süderelbe)

Frank Wiesner
(SPD-Fachsprecher für Mobilität in der Harburger Bezirksversammlung)

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