Die SPD-Gemeinderatsfraktion sieht endgültig dringenden Handlungsbedarf und hat nun die die Verwaltung beauftragt, einen Vertreter der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) Niedersachen in den Verkehrsausschuss einzuladen, um über Möglichkeiten zu beraten, den Schienenpersonennahverkehr in Neu Wulmstorf maßgeblich zu verbessern.

"Es reicht! Wer als S-Bahn Pendler aus Neu Wulmstorf nach Hamburg muss, muss regelmäßig Verspätungen einplanen, die Verlässlichkeit der S-Bahn hat sich in der Vergangenheit stetig verschlechtert. So kann es nicht weitergehen!“, erklären Tobias Handtke und Jürgen Waszkewitz, beide selber S-Bahn Pendler, die die aktuelle Situation fast täglich mit vielen anderen Bürgern ertragen. „Signalstörung, Weichenstörung, Polizeieinsatz, liegengebliebener Zug, Feuerwehreinsatz, umgestürzter Baum, Personen im Gleis, Zugausfall, jeden Tag etwas anderes, wir können es schon bald nicht mehr hören“, so Waszkewitz, der sichtlich genervt ist.

Dabei ist nicht nur die Verlässlichkeit ein Problem, denn trotz aller Probleme nutzen immer mehr Menschen die S-Bahn, sodass die Züge teilweise jetzt schon überfüllt sind. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde das Angebot der S-Bahn in den letzten Jahren bereits mehrfach ausgeweitet und wird zum Fahrplanwechsel am 15.12. erneut ausgeweitet, der abendliche 10-Minuten-Takt beginnt dann eine Stunde früher. „Das ist sehr positiv, aber noch nicht ausreichend genug“, findet Waszkewitz, „von daher muss das Verkehrsangebot zwangsläufig verbessert werden, qualitativ und quantitativ.“

Neu Wulmstorf hat mittlerweile fast 7.000 Ein- und Aussteiger pro Tag, sehr viel mehr als damals prognostiziert. Und weitere Neubaugebiete werden gerade errichtet, die Einwohnerzahl wird weiter steigen. Insbesondere werden an der S-Bahnstrecke ein paar hundert Meter weiter in den Fischbeker Rethen, dem Fischbeker Heidbrook und im Vogelkamp große Wohngebiete für viele Tausend Einwohner errichtet. Waszkewitz: „Wie sollen die S-Bahnen diese Menschen noch aufnehmen?“

Um die S-Bahn in Hamburg zu entlasten, machen die Sozialdemokraten einen erneuten Anlauf und fordern, dass auch die Züge des Regionalexpresses (vormals „Metronom“) in Neu Wulmstorf halten. Neben der Entlastung der S-Bahn würden auch die Verbindungen nach Stade und Cuxhaven verbessert und die großen Angebotslücken am Wochenende nach 22 Uhr geschlossen werden. Ein weiterer Vorteil: Das Bahnsystem wird dadurch robuster, ist die S-Bahn mal wieder gestört gibt es eine leistungsfähige Alternative.

Neu Wulmstorf ist der zweitgrößte Ort zwischen Hamburg und Stade, Halte des Regionalexpresses zwischen Hamburg und Stade sind bisher aber nur Buxtehude und Horneburg, obgleich Neu Wulmstorf mit rund 21.000 Einwohnern deutlich größer ist als die Samtgemeinde Horneburg mit rund 13.000 Einwohnern.

Weiter fordern die Sozialdemokraten auch, dass am Sonnabend genau wie unter der Woche ein 20-Minuten-Takt der S-Bahn angeboten wird.

Diese beiden sehr konkreten Vorschläge sind aus Sicht der SPD Gemeinderatsfraktion dringend erforderlich, wenn die Menschen weiterhin die Bahn nutzen sollen. Handtke: „Der öffentliche Personennahverkehr gerade auf dieser ausgelasteten Strecke ist in jeder Hinsicht eine Investition in die Zukunft. Für die Region und die Menschen, die hier leben und arbeiten.“

Tobias Handtke
Vorsitzender
SPD-Gemeinderatsfraktion
Neu Wulmstorf

Jürgen Waszkewitz
Mitglied im Ausschuss für
Verkehr, öffentliche Ordnung und Feuerschutz
Neu Wulmstorf